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Montag, 26 Juni 2017

Kurze Geschichte der "Schwarzen Kunst"

Schrift in Form eines Alphabets als Mittel der Kommunikation ist heute für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit. Dabei verfügt die Menschheit, verglichen mit ihrer Gesamtentwicklungszeit, erst seit kurzem über die Schrift. Bis zur Entstehung der Lautzeichen der Alphabete war es ein langer Weg. Die wichtigsten Stationen führten von den Bilderschriften, bei denen die »Schriftzeichen« nicht fest an eine bestimmte sprachliche Form gebunden waren, über die Wort- und Silbenschriften zur ersten Buchstabenschrift, die sich etwa im 2. Jahrtausend v. Chr. im syrisch-palästinensischen Raum entwickelte und die durch die feste Zuordnung eines grafischen Symbols zu einem bestimmten Laut gekennzeichnet ist. Die Aufzeichnungen wurden in Stein geschlagen, in Ton- und Wachstafeln geritzt, auf Papyrus oder Pergament – in China seit ca. 60 v. Chr. auch auf Papier – geschrieben. Als Schreibwerkzeuge dienten je nach Beschreibstoff Hammer und Meißel, Griffel oder Feder.

abschreibenBis zur Entwicklung geeigneter Druckverfahren wurden Texte mühevoll und zeitraubend abgeschrieben. Im Früh- und Hochmittelalter lag diese Tätigkeit und damit der Erhalt und die Weitergabe von Wissen in den Händen der Mönche. Das erste Druckverfahren, der Holztafeldruck, ist etwa seit 1400 in Deutschland bekannt. Diese Technik basiert auf dem Holzschnitt: Bilder und Schriftzeichen wurden gemeinsam in eine einzige Form aus Lindenholz geschnitten, die eingefärbt und auf feuchtes Papier gedruckt wurde.

Die Erfindungen des gelernten Goldschmieds Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg, „bewegliche Lettern aus Metall, ein Handgießinstrument, eine ideale Metalllegierung und eine Holzpresse für den Druck“ legten den Grundstein für die spätere industrielle Fertigung von Büchern und Zeitungen. Mit dem um 1440 konstruierten Handgießinstrument ließen sich zeitsparend einzelne Bleilettern in größeren Mengen herstellen. Diese beweglichen Lettern konnten zu Zeilen zusammengesetzt, die Zeilen zu Seiten gefügt werden, und nach dem Drucken standen die Lettern zu weiterem Gebrauch zur Verfügung. Nach Gutenbergs Tod am 3. Februar 1468 verbreitete sich seine neue Technik sehr rasch. Gutenbergs Werkstatt in Mainz wurde von Johannes Fust übernommen; später trat Peter Schöffer als Gesellschafter in die Werkstatt ein. Unter dem Namen "Fust und Schöffer" wurde sie zu einem florierenden Unternehmen.

Satztechnik: Von der Bleiletter zum Desktop-Puplishing
Bis die manuelle Bleisatztechnik auf der Basis von Gutenbergs Erfindung durch den maschinellen Satz abgelöst wurde, vergingen über vierhundert Jahre. Die maschinelle Satzherstellung wiederum hatte, bis auf geringfügige Modifikationen, über einen Zeitraum von beinahe achtzig Jahren Bestand. Mitte der 1960er-Jahre begann dann der Wechsel vom »heißen« zum »kalten« Satz – die Umstellung von Bleisatz auf Fotosatz.

Der Handsatz 
Bis zur Erfindung der Setzmaschinen war der Handsatz in Verbindung mit dem Hochdruckverfahren die einzige Möglichkeit, Texte wirtschaftlich zu vervielfältigen. Der komplizierte Vorgang der Satzherstellung wurde auch für umfangreiche Produkte wie Bücher, Lexika und später Zeitungen von Handsetzern ausgeführt. Die Leistung eines Handsetzers betrug in der Stunde ungefähr 1500 Zeichen.

Der Maschinensatz 
Im Jahre 1884 gelang es Ottmar Mergenthaler, den komplizierten Setzvorgang zu mechanisieren und eine wirtschaftliche Satztechnologie zu entwickeln. Seine Zeilenguss-Setzmaschine Linotype wurde seit 1886 bei der »New York Tribune« eingesetzt, deren Verkaufspreis dadurch von drei Cent auf einen Cent pro Exemplar sank. Die Setzleistung betrug ungefähr 6000 Buchstaben in der Stunde. Fast zeitgleich entwickelte Talbert Lanston eine Einzelbuchstaben-Setz- und Gießmaschine, die Monotype. Diese beiden Bleisetzmaschinentypen revolutionierten den Vorgang des Setzens. Bis zum Ende der Bleisatzära in Deutschland Anfang der 1980er-Jahre waren beide Systeme nach vielen Modifikationen, welche die Satzleistung bei lochstreifengesteuerten Linotype-Setzmaschinen auf bis zu 24 000 Buchstaben pro Stunde erhöhten, gängige Technik.

Desktop-Publishing
Desktop-Publishing, kurz DTP, ist in den letzten Jahren ein Schlagwort im grafischen Gewerbe geworden und steht für eine erneute Umwälzung der Satz- und Reproduktionstechnik. Der Ausdruck bedeutet wörtlich übersetzt »Publizieren am Schreibtisch« mithilfe von leistungsfähigen PC’s. Die Geburtsstunde dieser neuen Technologie schlug 1984, als die Firma Apple den Macintosh-Computer und einen leistungsfähigen Laserdrucker und gleichzeitig die Firma Aldus das Softwareprogramm »PageMaker« auf den Markt brachten. Inzwischen hat DTP überall in Druckereien, Verlagen und Werbeagenturen Einzug gehalten. Mithilfe umfangreicher Software (Textverarbeitungs-, Grafik- und Layoutprogramme) können auch schwierigste Gestaltungsideen am Bildschirm umgesetzt werden. Dazu werden neben einem Computer für die Texterfassung und -gestaltung ein Laserdrucker für die Korrekturausgabe und ein Laserbelichter für die Endbelichtung der Filme benötigt.

Ein großer Vorteil des DTP ist, dass ein- oder mehrfarbige Texte und Bilder gemeinsam in einem Datenbestand verarbeitet werden. Dabei können die Ergebnisse sofort auf dem Bildschirm überprüft werden, der Schrift und Gestaltungselemente so wiedergibt, wie sie nach dem Druck auch tatsächlich aussehen (WYSIWYG-Prinzip: »What you see is what you get«). Mit Hilfe eines Laserbelichters können die Druckvorlagen anschließend auf Film oder neuerdings direkt auf die Druckplatte (Computer to Plate) belichtet werden. Von kundigen Händen bedient, können DTP-Programme heute schon die Qualität des Bleisatzes erreichen oder gar übertreffen.

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